Das Belastungs-Dokumentations-System (BDS) ist ein rechnergestütztes Instrument zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen und Basis-Dokumentation der Ergebnisse der
Gefährdungsbeurteilung,
Maßnahmenfestlegung und
Wirksamkeitsüberprüfung
gemäß Arbeitsschutzgesetz. Das Belastungs-Dokumentations-System (BDS) ist ein Instrument auf der Basis des arbeitswissenschaftlichen Verfahrens Beurteilung arbeitsbedingter Belastungen (BAB) nach ASER (MÜLLER, HETTINGER, 1981).
Einsatzzwecke
Allein auf die Verhütung von Arbeitsunfällen ausgerichtete Arbeitsschutzmaßnahmen reichen heute nicht mehr aus, vielmehr gilt es, arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren und Erkrankungen in den Betrieben wirkungsvoll vorzubeugen. Betrachtet man hierzu die Kostenseite, so schlagen heute die betrieblichen Krankheitskosten mit annähernd dem 20-fachen der Unfallkosten zu Buche.
Dies bedeutet für die Zukunft, dass Vorbeugung ("Prävention") im Betrieb in zunehendem Maße auf die Beseitigung mittel- und langfristiger Gesundheitsrisiken ausgerichtet werden muss. Die systematische Beurteilung der Belastungen und Gefährdungen ist hier ein wirksamer Schritt, um die erforderlichen Massnahmen des Arbeitsschutzes zu ermitteln.
Das Arbeitsschutzgesetz sieht vor, dass in allen Unternehmen Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt werden müssen (§5) und das Ergebnis in Betrieben auch in schriftlicher Form zu dokumentieren ist (§6). Auf dieser Basis sind dann die erforderlichen Arbeitsschutz-massnahmen zu treffen (§3).
Mit dem "Belastungs-Dokumentations-System BDS" wird ein Instrument verfügbar gemacht, das diese Anforderungen erfüllt, indem damit Belastungen und Gefährdungen systematisch beurteilt werden können und sich die Dokumentationen über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung, die Wirksameitsüberprüfung sowie die getroffenen Arbeitsschutzmassnahmen effizient erstellen lassen.
Vorteile
zeitlich und aufwandsmäßig ökonomische Durchführung;
ein farbiges Arbeitsplatzprofil mittels Ampelfarben zeigt sofort die Schwachstelle;
Ursachen für Belastungen und Gefährdungen werden transparent;
Papierversion und alternativ rechnergestützte Datenerhebung und das Ergebnisprofil "auf Knopfdruck" (Laptop-Version);
sehr schnelle und rationelle Aktualisierung bei Veränderung der Arbeitsplatzsituation;
wissenschaftlich abgesichertes Grundverfahren;
Vergleichbarkeit durch standardisierte Bewertung der Erhebungsdaten;
langjährige Erprobung im Handwerk und in der Industrie;
als Basis steht eine Datenbank mit Vergleichsdatensätzen zur Verfügung;
differenzierte Belastungs- und Gefährdungsbeurteilung auf der Basis jeweils typischer Arbeitsvorgänge;
Möglichkeit der Simulation von Arbeitsplatzbelastungen z.B. bei Betriebsneugründungen oder Reorganisationsmaßnahmen und Prognose zukünftiger Arbeitsbedingungen.
Anwendungsbereiche
Das BDS ist in vielen unterschiedlichen Bereichen einsetzbar und liefert zusätzliche Informationen (Belastungs-/Gefährdungsprofile und -daten), die z.B. verwendbar sind
in handwerklichen, industriellen und öffentlichen Arbeitsbereichen;
zur Dokumentation der Belastungs- /Gefährdungssituation am Arbeitsplatz, an nicht ortsfesten Arbeitsplätzen oder des gesamten Unternehmens;
als Ergänzung von Stellen- und Arbeitsplatzbeschreibungen;
zur Integration in betriebliche Planungs und Managementsysteme;
als Grundlage für Betriebsanweisungen;
als Ausgangspunkt für Gesundheitsarbeit im Betrieb ("Gesundheitszirkel");
zur Ermittlung von Schwerpunkten für Detail- und Spezialuntersuchungen (Gefahrstoffe, Heben und Tragen, Klima etc.);
als Basisinstrument zu Spezialverfahren in nicht-industriellen Einsatzbereichen (Kranken- und Pflegebereich, Mischarbeitsplätze in der Verwaltung etc.).
Ergebnis
Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung kann betrieblichen Entscheidungsträgern anschaulich mit dem Belastungsprofil vermittelt werden. Mit Hilfe der arbeitsvorgangsbezogenen Gefährdungsbeurteilung können vergleichbare Tätigkeiten ohne unnötigen Doppelaufwand beurteilt werden.